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Nina Corti 1991 | Foto für English Vogue: Ben Ingham, London

Die ersten 20 Lebensjahre

1953 geboren in Zürich / Schweiz in eine Musikerfamilie.

1957-1971 Tanzunterricht für Kinder bei Rosmarie Metzenthin, Zürich. Ballettschule bei Daisy Olgiatti in Zollikon. Ballettschule am Opernhaus Zürich Natascha Kelepovska. Flamenco-Tanzschulen in Zürich bei Dorita Sauter und Carmen Clavel.

1961-1970 Klavierunterricht bei Hans Schicker und Alfred Ehrismann.

1969-1972 Diplommittelschule des Kanton Zürichs.

1972-1976 Lehre als Goldschmiedin in Zürich.

1972-1977 Flamencounterricht bei Susana Audeoud, Zürich/Spanien.

1973 Klassisch-Spanischer (Danza Estilizada) Auftritt mit Stadtorchester Winterthur/Willi Gohl. Auftritt im Kleinen Tonhallesaal Zürich mit der Orchesterschule der Kammermusiker Zürich, Lucretia West & Brenton Langbein mit "Siete Canciones Populares Españolas/M.De Falla mit anschliessender Ungarn-Tournée u. a. im Konzertsaal der Liszt Academy Budapest.

1975 Auftritt im Stadthaussaal Zürich mit dem Musikkollegium Winterthur

1977 Flamenco-Unterricht bei "Enrique El Cojo" in Sevilla.

1978 -1980 Flamenco Unterricht u.a. bei Ciro Diezhandino, El Guito, Maria Magdalena, Paco Fernandez, La Tati und Jota Pedro Azorín.

Aufbruch in eine internationale Karriere

Mit ihren ersten öffentlichen Auftritten als Flamencotänzerin begann 1972 für die 19-jährige Nina Corti ein neuer Lebensweg, der fortan mit und von ihrer Flamencokunst geprägt war und ihr internationale Beachtung und Anerkennung schenken sollte. Neben ihren Flamencotrainings und Choreografiestudien bei Persönlichkeiten der Flamencoszene startete Nina Corti 1977 zu ihrem ersten Aufenthalt in Madrid, wo sie in der legendären Flamencoschule Amor de Dios bei namhaften Lehrer-persönlichkeiten wie Maria Magdalena, El Guito, Pedro Azorín (Jota) und anderen Lehrern Unterricht nahm.

1978, im Alter von 25 Jahren, führte die erste grosse "La Carbon" - Tournée mit Nina Corti durch elf Städte in der Schweiz. Im gleichen Jahr verbrachte sie ihren zweiten Aufenthalt in Madrid zur Fortsetzung ihrer intensiven Trainings bei Ciro Diezhandino, Maria Magdalena, La Tati, Paco Fernandez und Pedro Azorín.

1979 erfolgte der dritte längere Aufenthalt in der spanischen Hauptstadt, wo Nina Corti in der Flamencoschule Amor de Dios hauptsächlich von Ciro, Nina's Förderer und Mentor unterrichtet wurde. Im gleichen Jahr startete die Künstlerin zu ihrer 2. Schweizer Tournée mit  "La Carbona" und dem Tänzer Manuel Corrales "El Mimbre", Bruder von Matilde Coral.

Nina Corti 1978 im Flamencostudio Amor de Dios in Madrid, Foto: 

Flamencostudio "Amor de Dios" in Madrid, 2019 | Foto: Stephan Trösch

Nina Corti 1990 | Foto: Hardy Brackmann, Hamburg

Flamencokunst vereint mit Topmusikern und Orchestern

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Nina Corti 1982/83 in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer, begleitet von den Gipsy Kings.

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„Nina Corti tanzt spanische Lieder“, 1989, DRS-Filmproduktion von Armin Brunner,

Regie Fred Bosman, Zürich

Ab den 1980er Jahren erlangte Nina Corti zunehmend internationale Bekanntheit. Sie wurde sowohl von namhaften Orchestern und den wichtigsten Theatern, wie auch von den grossen Fernsehanstalten und Medienverlagen zu TV-Shows, Talks und Reportagen eingeladen.

 

Als Tänzerin und Choreographin verstand es Nina Corti, ihren rasch an Berühmtheit erlangten Tanz und Flamencostil mit unterschiedlichen Musikstilrichtungen, Musikern und philharmonischen Orchestern in einen faszinierenden, künstlerischen Gesamtausdruck zu bringen.

1979 fand Nina Corti einen Weg, ihre persönlichen Wurzeln der Klassischen Musik und des Jazz mit authentischem Flamenco (Gitarre, Gesang und Palmas) zusammenzuführen. Der renommierte Flamencogitarrist Pepe Habichuela mit Juan Carmona, die Flamencosänger Amador Losada, Rafael Silva "El Chocolate", begegneten den polnischen Jazzmusikern Jacek Bednarek am Kontrabass und dem Flötist Krzistof Zgraia im Programm „Jazz meets Flamenco“.

 

1984 entstand mit den bekannten Sängern José Mercé, Enrique Morente, Ramón del Portugués, Guadiana, den Gitarristen J.M. Molero, Luis Pastor, Jesús de Araceli, ihrem Bruder Daniel Corti und Jacek Bednarek die Produktion 

„Flamenco Inspiration“, mit dem sie bis 2003 in wechselnder Besetzung erfolgreich auf internationalen Bühnen zu Gast war. (wichtige Musikerwaren die Saxophonisten: Thomas Günther, Ignazio Vidaechea, der Gitarrist José Luis Montón, die Cellistin Stefania Verità und das Artichic Ensemble)

Nina Corti lässt sich durch die Musik gefühlsmässig und choreographisch inspirieren und visualisiert sie auf ihre ganz persönliche Art. Bahnbrechende Erfolge, die auch in den Flamenco-Hochburgen Spaniens nicht spurlos vorübergingen.  

Mitten in ihrer wachsenden künstlerischen Präsenz wurde Nina Corti 1984 und 1987 Mutter von zwei Söhnen. Familie und Künstlerberuf waren fortan nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen. Nina Corti's damaliger Ehemann und Vater der Söhne, Ruedi Ledermann, war als Manager von Nina selber stark im Familienunternehmen engagiert.

"Jazz meets Flamenco" ,"Flamenco Inspiration" und viele weitere erfolgreiche Produktionen von Nina Corti . . .

Diese Namen stehen für ihre eigenen Programme, die Nina Corti Ende der 1970er Jahre ("Jazz meets Flamenco")  startete und ab 1984 mit "Flamenco Inspiration" fortsetzte. Neben diesen Formationen hat Nina Corti noch zahlreiche weitere Produktionen mit Erfolg realisiert.

 

Zu den wichtigsten zählen:

Spanische Abende mit den Kammermusikern Zürich, "Begegnungen Bewegungen" und Metamorphosen ab 2004 mit dem Carmina Quartett und Daniel Schnyder, Schubert's "Der Tod und das Mädchen" mit dem Carmina Quartett, 2015 Kammermusik-Event GOYA-Ausstellung in London, ab 2003 Soirée Espagnole - Pianotrio, ab 1980 - 2002 Südfranzösische Zigeunermusik mit den Gipsy Kings und "Chico & the Gypsies", Konzerte mit Philharmonischen Orchestern, "Pasos y Cantos" - Kammerorchesterprogramm, 2005 - 2009 "Firedance" mit Roby Lakatos & Ensemble, 2005 - 2009 Sax Español, 2013/14 "Flamenco Passion" in Hong Kong usw . . .

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Nina Corti mit "Flamenco Inspiration", Royal Albert Hall, London 1992

Die 1990er Jahre: auf dem Höhepunkt der Karriere

Nina Corti war seit Mitte der 1970er bis in die 1990er Jahre fast pausenlos im künstlerischen Berufseinsatz, hatte mit schier unzähligen professionellen Musikern, Musiker- und Orchesterformationen zusammengearbeitet und war mit ihnen national und international in namhaften Theatern und Häusern unterwegs. Ihr Name wurde inzwischen zum Begriff einer künstlerischen Interpretation des Flamenco, zu der sich Nina Corti bereits in jungen Jahren verschrieben hatte. Sie hatte als Künstlerin viel erreicht, Erfolge gefeiert und ebenso viele Menschen begeistert. Dabei ist sie sich selber treu geblieben, auf der Suche zu sich selbst, was sie nach Aussen hin mit ihrem Flamencotanz zum Ausdruck gebracht hatte.

Doch vieles sollte sich in ihrem Künstlerleben nicht erfüllen dürfen. Verschiedene Ereignisse im persönlichen Umfeld führten Ender der 1990er-Jahre zu einer Zäsur in Nina Corti's Leben. Rund 30 Jahre nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt entschied sich die Künstlerin zu einem Aufbruch auf neue Wege . . .

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Nina Corti & Chico and the Gypsies am Europafest Essen 1994 in der Grugahalle | Foto: Frank Holl, Essen

Neue schöpferische und kreative Wege

Als gefragte Künstlerin und Tänzerin wurde Nina Corti auch nach dem Milleniumwechsel zu internationalen Engagements eingeladen, ehe ihre Gesundheit 2009 sie für mehrere Jahre zum Innehalten und zur persönlichen Einkehr aufforderte. Von etwa 2012 an lebte die bald 60-jährige Nina Corti mehrheitlich in Madrid, wo sie die gewünschte Ruhe fand, wie auch Gelegenheit zum Training. Es folgten einzelne, grosse Konzertauftritte, z.B. 2015 "RACHMANIN of FLAMENCO" (Flamenco & Klassik), 2016 Daejeon Music Festival, Südkorea, 2017, Pianotrio mit Elisaveta Blumina an der Elbphilharmonie, 2018 Carmen Suite mit Janoschka Ensemble, oder 2019 auf Einladung mit dem Hongkong City Chamber Orchestra, zusammen mit der Gitarristin Sharon Isbin und dem Dirigenten Andrew Sewell.

Seit 2020 lebt Nina Corti im Kanton Schaffhausen und hat in Madrid immer noch einen zweiten Wohnsitz. An der Schwelle zu ihrem 50-jährigen Bühnen- und Karrierejubiläum im Jahr 2022 wird sie ab 2021 ihren unermesslichen internationalen Erfahrungsschatz als Dozentin im Flamencostudio Schaffhausen in Kursen, Workshops und Privatstunden weitergeben.

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Für Nina Corti ein wunderbares Erlebnis, in der eindrücklichen National Gallery in London, umgeben von immensen Original Goya-Bildern und an deren Eröffnung der Exposition 2015 tanzen zu dürfen. Die Pianistin Helen Glaisher-Hernandez lud Nina zu diesem aussergewöhnlichen Event ein, wo sie u.a. den Fandango von Boccherini, begleitet von einem Gitarren Quintett mit der spanischen Gitarristin Isabel Martínez und die Tonadillas von Enrique Granados, gesungen von der begnadeten Sängerin Amaia Azcona Cildoz, interpretierte.